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Forschung Promovenden
Forschungsförderung

Doktoranden der SRH Hochschule für Gesundheit

Nils E. Bringeland - Relevanz und Evidenz der Narbentherapie im Rahmen der Physiotherapie

  • MitarbeiterIn des Studiengangs: Physiotherapie, Bachelor of Science, ausbildungsintegrierend
  • Institut/Einrichtung: Universität Lübeck
  • Status: Die Delphi-Befragung wird vorbereitet (April 2018)
  • Kontakt: Nils E. Bringeland, nils.bringeland@srh.de  

Jedes Jahr entstehen tausende Narben, sei es durch Unfälle und/oder Operationen. Zumeist heilen diese komplikationslos ab, doch kommt es teilweise zu Funktionsstörungen durch das entstehende Narbengewebe.

Aktuellen Erkenntnissen nach können solche Funktionsstörungen sich vermutlich auch über anatomisch verbundene Meridiane („Anatomie trains“, „Myofasziale Ketten“) über große Strecken durch den Körper weiter tragen. Die Datenlage zu möglichen Behandlungsansätzen vonseiten therapeutischer Fachberufe ist jedoch bisher recht begrenzt. Die Arbeit soll klären, in wie weit Narbengewebe von therapeutischer Relevanz ist, und ob dieses nachweislich behandelt werden kann. Auch mögliche Auswirkungen von Narbengewebe auf die Funktion entfernter Gebiete soll untersucht werden. Die Arbeit gliedert sich in mehrere Schritte, um die Fragestellung zu beantworten. Nach einer Darstellung der Problematik von Narbengewebe wird eine Delphi-Umfrage durchgeführt, um den Goldstandard der Narbenbehandlung im deutschsprachigen Raum zu evaluieren. Sobald dieser identifiziert wurde, werden Patienten nach einer operativ versorgten Radiusfraktur zunächst über eine Sono-Elastographie befundet und danach in 2 Gruppen mit Goldstandard vs gerätegestützte Therapie behandelt, um den größeren Effekt (soweit vorhanden) zu beurteilen. Die Hauptuntersuchung zielt auf die Veränderung der Gewebeelastizität sowie der -struktur und -dichte ab. Es werden jedoch auch Nebenerhebungen wie Schmerz, Funktion etc. erhoben. Mit der effektiveren Therapie werden im dritten Schritt Patienten nach Achillessehen - Operation behandelt, nachdem das Bewegungsausmaß ihrer HWS über ein Motion-Capture-System festgehalten wurde. Der Hintergrund ist der Nachweis der sog. oberflächlichen dorsalen Linie nach Myers, welche die Plantaraponeurose über eine dorsale Verbindung mit dem Schädel konnektiert. Nach der Interventions-Serie wird beurteilt, ob die Behandlung des Narbengewebes an der Sehne einen Einfluss auf die Bewegungsfähigkeit hat. Zunächst wird erwartet, dass sich Weichteiltechniken, wie z. B. Massage, als Goldstandard der Narbenbehandlung darstellen lassen. Die erste Intervention wird voraussichtlich zeigen, welche Intervention sich besser eignet, um Narbengewebe zu behandeln. Der dritte Schritt wird zudem Aufschluss über die Vermutung geben, ob Narbengewebe sich über myofasziale Ketten auf die Funktion entfernter Strukturen/Funktionskomplexe auswirken kann, bzw. ob diese über eine Narbenbehandlung positiv beeinflusst werden können.

Sebastian Koch - Einstellungen zu einer evidenzbasierten Notfallmedizin und Aspekte der Akademisierung von Notfallsanitätern

Sebastian Koch
  • MitarbeiterIn des Studiengangs: Medizinpädagogik, Bachelor und Master of Arts
  • Institut/Einrichtung: Martin-Luther-Universität-Halle/Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pfl egewissenschaft, Medizinische Fakultät
  • Status: Abschluss der Haupterhebung (Dezember 2017)
  • Kontakt: Sebastian Koch, sebastian.koch@srh.de 

Ziel der vorliegenden Studie ist eine repräsentative Erhebung der Einstellung von nicht-ärztlichen Mitarbeitern im Rettungsdienst zur Etablierung einer evidenzbasierten Notfallmedizin (EBNM). Hierbei sollen Barrieren für die Umsetzung einer EBNM sowie Aspekte der Akademisierung von Notfallsanitätern, auf Grundlage der Theorie des geplanten Verhaltens (TOPB) von Icek Ajzen, herausgearbeitet werden. Gemäß der TOPB wird tatsächliches Verhalten, am besten von einer konkreten Intention (Verhaltensabsicht) vorhergesagt. Die Intention wird wiederum am besten durch die drei Dimensionen der subjektiven Einstellung, der subjektiven sozialen Norm und der subjektiven wahrgenommenen Verhaltenskontrolle vorhergesagt. Ziel der vorliegenden Studie ist eine repräsentative Erhebung der Einstellung von nicht-ärztlichen Mitarbeitern im Rettungsdienst zur Etablierung einer evidenzbasierten Notfallmedizin (EBNM). Hierbei sollen Barrieren für die Umsetzung einer EBNM sowie Aspekte der Akademisierung von Notfallsanitätern, auf Grundlage der Theorie des geplanten Verhaltens (TOPB) von Icek Ajzen, herausgearbeitet werden. Gemäß der TOPB wird tatsächliches Verhalten, am besten von einer konkreten Intention (Verhaltensabsicht) vorhergesagt. Die Intention wird wiederum am besten durch die drei Dimensionen der subjektiven Einstellung, der subjektiven sozialen Norm und der subjektiven wahrgenommenen Verhaltenskontrolle vorhergesagt. Die fünf Untersuchungskomplexe des Online-Fragebogens wurden deskriptiv ausgewertet und mit vorliegenden Befunden aus der Pflege vergleichend interpretiert. Soziodemographische Daten und Merkmale der beruflichen Qualifikation werden vergleichend geprüft. Durch explorative Faktorenanalysen werden Subskalen identifiziert bzw. die theoretisch angenommenen Subskalen bestätigt. Eine theoretische Integration der erhobenen Einflüsse auf die EBNM und der Dimensionen der TOPB soll mittels Modellierung durch Strukturgleichungsverfahren versucht werden. Die vorliegende Studie untersucht erstmals im deutschen Sprachraum die Einstellung einer EBNM und Aspekte der Akademisierung von Notfallsanitätern im Rettungsdienst.

Julia König - Entwicklung von Therapiematerial für das Störungsbild erworbener Dyslexien im Rahmen eines konnektionistischen Sprachverarbeitungsmodells

  • MitarbeiterIn des Studiengangs: Logopädie, Bachelor of Science, ausbildungsintegrierend
  • Institut/Einrichtung: Pädagogische Hochschule Heidelberg
  • Status: Materialerstellung (Dezember 2017)
  • Kontakt: Julia König, julia.koenig@srh.de

Schriftsprachstörungen, insbesondere Lesestörungen (sog. Dyslexien) können als Folge einer Hirnschädigung auftreten. Patienten, die an einer Dyslexie leiden, sind in ihrem Alltag erheblich eingeschränkt. Die therapeutischen Möglichkeiten sind bisher nicht ausreichend untersucht (Leff & Behrmann, 2008). Ziel des Promotionsprojektes ist es, anhand eines konnektionistischen Sprachverarbeitungsmodells Therapiematerialien abzuleiten und zu untersuchen, welche Vorhersagen das Modell für eine Dyslexietherapie machen kann und wie wirkungsvoll die neuen Materialien sind. In einem ersten Schritt soll Therapiematerial auf der Grundlage eines konnektionistischen Sprachverarbeitungsmodells erstellt werden. Zur Untersuchung der Fragestellung, welche Vorhersagen ein konnektionistisches Sprachverarbeitungsmodell zur Therapie der erworbenen Lesestörung machen kann und wie wirksam das Therapiematerial ist, das auf der Grundlage dieses Modelltyps abgeleitet wurde, soll eine Einzelfallserie mit ca. 14-20 Patienten erfolgen, die an einer Dyslexie nach einer Hirnschädigung leiden. Die Patienten werden anhand von Diagnostikergebnissen der entsprechenden Therapiegruppe zugeordnet und durchlaufen anschließend zwei Therapiephasen. Die Effektivität und Stabilität von möglichen Effekten soll in follow-up-Sitzungen erfolgen. Die Leistungen der Patienten werden vor der Therapie und nach der Therapie mittels Diagnostik, Baseline und follow-up-Messzeitpunkten als auch ungeübten Items erhoben, um mögliche Therapieeffekte nachzuweisen. Die sprachlichen Veränderungen der Patienten werden vor dem theoretischen Hintergrund von Netzwerkmodellen interpretiert und ggf. ein Vergleich zu seriell-orientierten Modellen angestellt.

Annette Rustemeier-Holtwick - Digital gestützte Lernformen in der Pflege: Professionsanspruch und Potenziale

Annette Rustemeier-Holtwick
  • MitarbeiterIn des Studiengangs: Logopädie, Bachelor of Science, ausbildungsintegrierend
  • Institut/Einrichtung: In Planung
  • Status: Beginn der Dissertation in 2017; geplante Abgabe der Dissertation: Ende 2020
  • Kontakt: Annette Rustemeier-Holtwick, annette.rustemeier-holtwick@srh.de 

Ziel ist es zu eruieren, welchen Beitrag digital gestütztes Lernen für die Entwicklung einer lernenden Pflege leisten kann. Eine lernende Pflege ist charakterisiert durch das Aufgreifen neuer Erkenntnisse, Reflexion und produktives Nutzen derselben zur Weiterentwicklung der eigenen Praxis und (…) Qualität ihres Handelns. Die Aneignung von Wissen wird verstanden als selbstverständlichen Bestandteil professionellen Handelns (Schaeffer 2006 S. 2). Konkret soll geklärt werden, mit welchen Mitteln/Methoden der Lernprozess der Wissensaneignung unterstützt werden kann, was mit Blick auf die Weiterentwicklung der eigenen beruflichen Praxis hilfreiche Lernformen sind und was dazu beiträgt, das Lernen zum selbstverständlichen Bestandteil professionellen Handelns wird. Dabei ist zu eruieren, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen das Format des digitalen Lernens den Prozess des Überführens von wissenschaftlichem Wissen in praktisch relevantes Wissen unterstützen kann. Untersucht werden soll auch, inwieweit dieses Lernformat in der Lage ist, individualisierte Lernstrategien und –konzepte zu verankern und welche durch das digitale Lernen geförderten Kompetenzen hilfreich für den Prozess der Anschlussfähigkeit der Berufsangehörigen sind. Um die Bedeutung der digitalen gestützten Lernformen für die Entwicklung einer lernenden Pflege zu erfassen, wird auf ein qualitativ ausgerichtetes Forschungsdesign zurückgegriffen (Mayring 2007). Konkret wird ein qualitatives Experiment mit einem anschließend stattfi ndenden Experteninterview kombiniert (Mayring 2007, Kleining 1986, Burkart 2010, Gläser u. Laudel 2010, Brinkmann, Deeke, Völkel 1995). Vorteil der Kombination dieser Methoden liegt darin, dass sich die Teilnehmenden in dem qualitativen Experiment durch die Anwendung digital gestützter Lernformate aktiv in einen Lernprozess begeben und von ihren individuellen Lernerfahrungen ausgehend explorieren bzw. reflektieren. Das qualitative Experiment wird als Laborexperiment geplant, in dem zwei bereits erprobte Micro-Learning-Einheiten als Formen des digital gestützten Lernens eingesetzt werden (Sieger et. al. 2015 S. 78 ff.). Titel der Micro-Learning-Einheiten sind: Wege zum neuen Wissen – eigene Anfragen an die Wissenschaft am Beispiel Umgang mit MRSA und Beratung als Methode der Entscheidungsfindung. »Schwester, ich hab da mal ‘ne Frage?«. Die im qualitativen Experiment erhobenen Deutungen, Sichtweisen und Einstellungen werden in den anschließenden Expertengesprächen vertieft. Das Theoretical Sampling besteht aus zwei Gruppen: Gruppe eins besteht aus berufserfahrenen Pflegefachkräften, die einen digital gestützten Weiterbildungsprozess mit dem Ziel des Transfers von Evidenz in die Pflegepraxis durchlaufen haben. Die Gruppe zwei (Vergleichsgruppe) setzt sich aus berufserfahrenen Pflegefachkräften zusammen, die sich derzeit in einen systematischen Weiterbildungsprozess befinden, jedoch keine Erfahrungen mit digital gestützten Lernformen haben.

Sabrina Simchen-Schubert - Berufsqualifizierender Hochschulabschluss: Führungsverhalten inklusive? – Ein Training zum Führungsverhalten für Studierende

Sabrina Simchen-Schubert
  • MitarbeiterIn des Studiengangs: Leitung Hochschulentwicklung
  • Institut/Einrichtung: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Institut für Psychologie
  • Status: Ergebnisaufbereitung und Verschriftlichung (Dezember 2017)
  • Kontakt: Sabrina Simchen-Schubert, sabrina.simchen-schubert@srh.de

Um die Lücke zwischen den theoretischen Anforderungen hinsichtlich Führungsverhalten an Absolventen und den praktischen Kompetenzen zu schließen, wurde ein Training entwickelt, in das Studium integriert und systematisch, multimethodal evaluiert. Untersucht wird, ob das entwickelte Training den Studierenden hilft, ihr Führungsverhalten zu stärken und verschiedene damit zusammenhängende Kompetenzen zu entwickeln. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen drei der zentralen Führungsaufgaben: Zielvereinbarungen und -gespräche; Entscheidungen treffen; Selbstmanagement. Im Rahmen einer umfassenden Handlungskompetenz im Rahmen von Führung können diese Aufgaben personalen, sozialen und methodischen Kompetenzbereichen zugeordnet werden (vgl. Felfe, 2012; Sonntag & Schaper, 2006). Ergänzt wurde im Training auch die fachliche Kompetenz, also Fachwissen zum Thema Führung. Das Training wurde zu definierten Kompetenzen und Verhaltensweisen entwickelt. Wenn möglich wurde dabei auf bereits validierte Übungen (zum Beispiel aus Assessment Centern) zurückgegriffen. Das Training wurde für Studierende der SRH Hochschule für Gesundheit angeboten (n=96). Die Evaluation des Trainings erfolgte hinsichtlich Kompetenzzuwächse und Bewertung des Trainings. Dabei wurde der Trainingserfolg durch verschiedene quantitative wie qualitative Methoden gemessen: Trainingsbewertung der Teilnehmer, Selbsteinschätzung von führungsbezogenen Kompetenzen (vor/nach dem Training), Bearbeitung von Postkorbübungen (vor/nach dem Training), Bearbeitung einer Fallstudie (vor/nach dem Training). Da aus organisatorischen Gründen keine vollständige Randomisierung der Gruppen auf die Versuchsbedingungen möglich war, handelt es sich um eine quasi-experimentelle Untersuchung mit einem 2x3 Mischdesign. Der Between-Faktor war die Gruppenzugehörigkeit (zwei Stufen: Experimentalgruppe, Kontrollgruppe), der Within-Faktor der Messzeitpunkt. Unabhängige Variable war in dieser Studie das Training, das in der Testgruppe zwischen den Messungen durchgeführt wurde, während die Kontrollgruppe kein Training erhielt. Die abhängige Variable, die Wirksamkeit des Trainings im Hinblick auf eine Kompetenzsteigerung der Probanden, wurde mithilfe verschiedener Verfahren gemessen. Für die selbsteingeschätzten Kompetenzen beinhaltete der Within-Faktor drei Stufen (Prämessung – vor dem Training, Postmessung – direkt nach dem Training, Nachbefragung zwei Monate später), für die objektiv erfassten Kompetenzen zwei Stufen (vor dem Training, direkt nach dem Training). Des Weiteren wurden demografische Angaben zu Alter, Geschlecht, Studiengang, Standort, Fachsemester, Schulabschluss und Berufstätigkeit, Erfahrungen und Interesse hinsichtlich der Übernahme einer Leitungsfunktion erfasst. Zudem wurde ermittelt, inwieweit sie bereits an Führungstrainings teilgenommen bzw. Postkorbübungen und Fallstudien bearbeitet hatten. Jeder Trainingstag schloss zudem mit einer Befragung zur Zufriedenheit mit dem Training und der Einschätzung des Trainings ab. In der Kontrollgruppe wurden außer der Zufriedenheit mit dem Training und der Trainingseinschätzung die gleichen Variablen erfasst wie in der Experimentalgruppe.

Carolin Thiel - Evaluation einer Intervention zur Steigerung des Nachsorge-Nutzungsverhaltens von Rehabilitanden mit psychischen und Verhaltensstörungen

Carolin Thiel
  • MitarbeiterIn des Studiengangs: Gesundheitspsychologie, Bachelor of Science
  • Institut/Einrichtung: Martin-Luther-Universität-Halle/Wittenberg, Medizinische Fakultät
  • Status: Abschluss der Haupterhebung und Auswertung der ersten Teiluntersuchung (April 2018)
  • Kontakt: Carolin Thiel, carolin.thiel@srh.de 

Die psychosomatische Rehabilitation umfasst den zweitgrößten Anteil an allen Rehabilitationsbehandlungen. Zu den häufigsten Krankheitsbildern in der psychosomatischen Rehabilitation zählen insbesondere Depressionen, Angststörungen, somatoforme Störungen, Essstörungen und Zwangsstörungen. Diese psychischen Störungen können aufgrund ihres oft über Jahre persistierenden Verlaufs eine starke Beeinträchtigung der Aktivitäten und Teilhabe am Erwerbsleben mit sich bringen und das Risiko eines dauerhaften Verlusts der Erwerbsfähigkeit der Betroffenen erhöhen. Eine ambulante Reha-Nachsorge, die sich einer stationären psychosomatischen Rehabilitationsbehandlung anschließt, soll das Risiko rezidivierender Störungsverläufe langfristig reduzieren und einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützen. Das primäre Ziel der Untersuchung ist die Evaluation des Nachsorge-Nutzungsverhaltens der ambulanten Reha-Nachsorge von Rehabilitanden mit psychischen und Verhaltensstörungen. Die Untersuchung gliedert sich in ein zweistufiges qualitatives Forschungsdesign, welches mit Hilfe teilstrukturierter leitfadengestützter Experteninterviews umgesetzt wird. Als Experten gelten hierbei Gruppenleiter der ambulanten Reha-Nachsorge in Mitteldeutschland (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt). Im ersten Schritt soll es darum gehen, zu eruieren, wie die Experten aus dem Reha-Bereich die Qualität der ambulanten Reha-Nachsorge einschätzen und wo genau ein Optimierungsbedarf zu sehen ist. Zusätzlich liegt der Fokus auf möglichen Gründen, die zu einem Abbruch der ambulanten Reha-Nachsorge seitens der Patienten führen. Im zweiten Schritt folgt eine erneute Interviewrunde, in der den Gruppenleitern vorab ein Interventionstool (Interventionstagebuch) zur Stärkung der Compliance der Patienten vorgestellt wird, dessen (Aus-)Wirkung auf die Teilnahme an der ambulanten Reha-Nachsorge und die Möglichkeiten der Implementierung im therapeutischen Setting eingeschätzt werden soll. Die gesammelten Daten beider Erhebungen werden mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring aufbereitet und ausgewertet. Die Ergebnisse der ersten Teiluntersuchung zeigen, dass alle Befragten Experten, die ambulante Reha-Nachsorge als ein wichtiges Instrument zur Stabilisierung des in der stationären Heilbehandlung erreichten Rehabilitationsergebnisses sehen, um dieses nachhaltig im Alltag und insbesondere im Berufsleben zu verankern. Die Durchschnittliche Abbruchrate der ambulanten Reha-Nachsorge liege bei ca. 15 Prozent, was vor allem auf strukturelle Gründe zurück zu führen sei. Darin sehen die befragten Experten zugleich den größten Optimierungsbedarf, so fehlt es u. a. an flächendeckenden regionalen Reha-Nachsorge-Angeboten und einem adäquaten Management der Zugangswege stationären ins ambulante Setting. Die Ergebnisse der zweiten Teiluntersuchung stehen derzeit noch aus.